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Und so kam dann doch noch der Kulturschock

Autor: Luise | Datum: 20 April 2013, 14:37 | Kommentare deaktiviert

48h ist es her, dass ich noch auf ghanaischem Boden war, 48h ist es her, dass ich noch einmal in meinem Zimmer nur mit einem dünnen Tuch und durch einen Stromausfall bedingt ohne Ventilator geschlafen habe, 48h ist es her, dass ich bei 38°C schwitzend durch Ho gelaufen bin, um ein paar meiner liebgewonnenen Freunde zu verabschieden, 48h ist es her, dass ich noch der „Yewu“ war, 48h ist es her, dass ich die letzten Stunden in Ghana verbracht habe – einem Land was ich lieben und schätzen gelernt habe.

Es ist mir wirklich nicht leicht gefallen dieses Land, Ho und meine Arbeitsstellen zu verlassen und ghanaische Freunde, sowie meine Mitfreiwilligen zurückzulassen. Rückblickend bin ich schlauer geworden und habe für mich gelernt, dass ich das nächste Mal nicht darauf bestehen werde nur für ein halbes Jahr wegfahren zu wollen. Es ist überhaupt nicht so, dass diese sieben Monate zu kurz waren, um richtig anzukommen, ins ghanaische Leben rein zu finden und sich einen Alltag aufzubauen, aber gerade weil ich mir dort ein Leben geschaffen habe, fällt es so schwer das alles zu verlassen und zu wissen, dass die anderen Freiwilligen noch drei oder mehr Monate haben weiter dieses Leben zu führen, weiterhin in den Arbeitsstellen zu sein und auch mit Bekanntschaften noch engere Bande aufzubauen. Ich muss auf jeden Fall einen Weg finden mich damit abzufinden, dass es allein meine Entscheidung war kein ganzes Jahr zu bleiben und dass ich mich eher wahnsinnig darüber freuen sollte diese fantastischen Monate gehabt zu haben, als mich darüber zu ärgern, dass ich noch weitere drei Monate in diesem wunderbaren Land hätte haben können.

Die Abschiede waren meistens von der anderen Seite tränenreich, wobei ich, glaube ich, immer gar nicht richtig realisieren konnte, dass das wirklich der Abschied bedeutete. Mich überkam die Trauer meistens in ruhiger Minute, wenn ich Zeit hatte mir wirklich klar zu machen, dass ich in den Flieger steigen würde und am anderen Ende wieder in Deutschland ausgespuckt werden würde.

Ich wurde zum Schluss noch mit Geschenken der Gemeinde in der ich immer war, meiner Kekeli Schule, dem Headquaters der E.P. Church und von Godwin, dem liebsten und hilfsbereitesten Ansprechpartner überhäuft. Ein ghanaisches Gewand wird mir sogar noch von der Bäckereifamilie hinterhergeschickt, da es nicht fertig geworden ist.

Somit bin ich mit drei gefüllten Koffern plus vollem Handgepäck nach Accra zum Flughafen gefahren. Beim Verlassen von Ho wurde mir dann endgültig klar, dass das erst mal die letzte Fahrt durch diese Stadt war. Der erste Schock kam jedoch erst beim Anflug auf Istanbul, als ich die Stadt von oben sah und beim Landen an gigantischen Häusern, ausgebauten Straßen und kahler Landschaft vorbeigeflogen bin, der nächste Schock folgte sogleich, als ich das Flugzeug verließ und von der Kälte übermannt wurde. Die dritte Überforderung ließ auch nicht lange auf sich warten und es war zu meinem eigenen Erstaunen ein Schock für mich plötzlich fast ausschließlich hellhäutig um mich herum zu sehen.

Ich kann mich nur zu gut daran erinnern, wie Augustin, Maike und ich auf dem Hinweg in Istanbul zu unserem Gate gegangen sind, von wo aus der Flug nach Accra gehen sollte und wir plötzlich bis auf ein oder zwei Ausnahmen die einzigen Hellhäutigen waren. Und ich kann mich auch gut erinnern, wie wir dann gelandet sind und dieser Flughafen uns so winzig vorkam. Als ich jetzt wieder zu diesem Flughafengebäude zurück bin, hat mich die Größe überrascht und was mir am Anfang als kleiner, unkoordinierter Flughafen vorkam, war für mich nach einem halben Jahr plötzlich ein bemerkenswert gut und imposant gebautes Gebäude. Da wurde mir irgendwie auch klar, wie sich meine Wahrnehmung gegenüber Reichtum und Luxus geändert hatte. Dies wurde mir nach dem Landen in Hamburg umso deutlicher. Auf mich wirkte alles so groß, überfordernd und luxuriös, fast schon steril, kahl und trist. Wo waren die Farben hin? Wo war die Wärme der Sonne hin?

Wo mich vorher eine freudige Antwort erwartet hat, wenn ich mich mit meinen Ewe-Kenntnissen versucht habe, hießen mich nun Gespräche über Start-Stop-Systeme und Zahnarztbesuche willkommen. Während sich alle über den kommenden Frühling und die zwanzig Grad freuten und sich die erste Leute das erste Mal nur mit einem T-shirt und kurzer Hose bekleidet nach draußen wagten, saß ich bibbernd vor Kälte mit Wollsocken, zwei Pullovern, Mütze, Schal und Handschuhen bewaffnet in der Wohnung und sehnte mich zurück nach Ho.

Den ganzen Tag versuchte ich mir krampfhaft vorzustellen, wie es ist zu schwitzen und wie die Hitze die Luft erfüllt, wie die Straßen von Ho aussehen, unser Haus und was alle Lieben „Daheim“ wohl gerade so tun. Ich fühlte mich fremd in dieser für mich winterlichen Landschaft, unter den ganzen deutschsprechenden Menschen, in meinem eigenen Heimatland…

Es ist immer noch viel zu irreal und unbegreiflich, dass ich jetzt wieder in meinem Zimmer bin und es schockiert mich, dass es mir hier in dieser Kälte so schwer fällt mich irgendwie gedanklich wieder nach Ho zu versetzten, obwohl ich vor 48 Stunden gerade selber noch dort war. Ich sitze in meinem Bett, habe einen Schlafanzug an und es stapeln sich zwei Decken über mir, damit ich nicht friere und esse die mitgebrachten Plantainchips, die irgendwie plötzlich so ohne Hitze gar nicht mehr so gut schmecken.

Ich vermisse die Geräusche und den Lärm, der ständig um einen rum ist und ich wünschte sogar den nervigen Hahn und die nachtaktiven Vögel ums Haus wieder herbei, die das Geräusch vorbeifahrender Autos ersetzen würden. Auch wenn ich hier Brötchen und Käse und all die Dinge habe, die ich mir in Ghana immer herbei gesehnt habe, macht mich das plötzlich nicht mehr so glücklich, wobei ich gedacht hätte, dass genau das wiedergewonnene Essen mich vertrösten könnte. Sicher es ist schön einfach Wasser aus der Leitung zu trinken, Salat ohne Bedenken essen zu können, Milchprodukte und ständig Strom zu haben, aber ich habe gelernt auch ohne dies zu leben und abgesehen von den ständigen Magenproblemen hat es mich glücklich gemacht ohne großen Schnickschnack zu leben, wobei wir in unserem riesigen Haus und mit dem Supermarkt in Ho immer noch in echt gutem Luxus gelebt haben.

Nun heißt es wieder Klamotten in die Waschmaschine tun, anstatt sich morgens in den Innenhof zusetzen, seine Wäsche zu waschen und diese am Nachmittag von der Sonne getrocknet frisch duftend wieder abzuhängen. Der Müll wird getrennt und muss vor die Tür gestellt werden und nicht hinterm Haus eigenständig verbrannt werden. Das dreckige Geschirr wird nicht von Ameisen befallen, wenn es zu lange rumsteht, sondern in eine Maschine gestellt, die für einen den Abwasch macht. Nun dusche ich wieder warm – ohne würde ich wahrscheinlich auch endgültig erfrieren- und die Haare trocknen nicht mehr durch die Sonne, sondern unter einer Mütze. Um irgendwo hinzukommen, kann man nicht einfach ein Taxi anhalten, was einen für umgerechnet 20Cent überall hinbringt wo man hinmöchte und man zahlt wieder seine 2,20€ für eine lächerlich kurze Strecke mit der BSAG. Von daher steige ich bei den für mich gefühlten Minusgraden lieber wieder auf mein Fahrrad und fahre durch die mir bekannte und irgendwie auch fremd gewordene Stadt.

 

Es wird nachträglich noch ein Bericht über die Ostertage in Ghana und ein paar Bilder folgen, nun werde ich aber erst mal versuchen mich wieder zu akklimatisieren und resozialisieren.

Allerliebste Grüße und vielen Dank für alle begeisterten Leser, während meiner Zeit in Ghana!

Eure Luise (Sister Afi)

 

Weihnachten, Silvester, davor und danach

Autor: Luise | Datum: 18 Januar 2013, 19:10 | Kommentare deaktiviert

Die Adventszeit gestaltete sich um ehrlich zu sein nicht sehr weihnachtlich und für mich relativ krankheitsreich. Nachdem mich mein grummelnder Magen für ein paar Tage in Schach gehalten hatte, war ich anschließend für eine Woche am Gehen gehindert, da ich mir bei einem Sturz beim Volleyballspielen mein Knie ordentlich demoliert hatte. Als ich mich gerade wieder einigermaßen fortbewegen konnte, ohne wie ein einbeiniger Pirat mit Holzbein zu humpeln, fand eine Malariamücke den Gefallen daran mich zu stechen und mir eine weitere Woche im Bett aufzuzwingen.

Pünktlich zu den letzten drei Schultagen war ich wieder auf den Beinen und habe diese mit viel Spielen auf dem Schulhof mit den Kindern verbracht und eine kleine Weihnachtsfeier in der Kekeli Schule miterlebt. Der mit den Kindern gebastelte Adventskalender konnte zu meinem Bedauern aber leider nicht mehr in Aktion treten.

Dafür wurde das Weihnachtsfest aber umso schöner. Zusammen mit meinen beiden Mitbewohnern, Augustin und Maike, und weiteren fünf Freiwilligen habe ich den Heilig Abend gemütlich beisammen sitzend verbracht. Die zuvor besorgten Köstlichkeiten, für die wir extra in die Hauptstadt gefahren sind, haben wir zu einem wunderbaren 3-Gänge-Menü verwandelt – Bruscetta zur Vorspeise, Nudeln in Käsesahnesoße als Hauptgericht und einen Apfelkuchen als krönenden Abschluss. Unsere Veranda, sowie eine selbstgefällte Weihnachtspalme, haben wir mit selbstgebasteltem, von zu Hause geschicktem und von Vorfreiwilligen dagelassenem Weihnachtsbaumschmuck schön hergerichtet. Den Tag über wurde hier und da noch heimlich getan und getuschelt, Geschenke eingepackt, fertig gebastelt und vereinzelt auch noch auf den letzten Drücker besorgt, Kekse gebacken, die Wohnung aufgeräumt und letzte Besorgungen für das Essen gemacht – ein rundum hektisches Treiben eines alljährlichen 24. Dezembers, was zunehmend zu einer altbekannten weihnachtlichen Vorfreude unter uns allen führte. Nach dem köstlichen Essen am Abend gab es bei Kerzenschein und klassischen Klängen eine doch erstaunlich umfangreiche Bescherung unter unserer Weihnachtspalme. Alles in allem ein sehr gemütlicher, feierlicher, besinnlicher und überraschenderweise doch sehr weihnachtlicher Abend.

Außer dem Weihnachtsgottesdienst am Morgen des 1. Weihnachtsfeiertages, der nicht wirklich anders ablief als die üblichen Sonntagsandachten, habe ich leider nicht wirklich etwas von der ghanaischen Art die Weihnachtstage zu verbringen, mitbekommen. Abgesehen davon, dass Weihnachtslieder gesungen wurden, die Kirche mit bunt blinkenden Lichterketten und zwei Plastikweihnachtsbäumen ausgestattet und die Weihnachtsgeschichte Grundlage der Predigt war, hat sich die Weihnachtszeremonie auch nicht wirklich von den allsonntäglichen Gottesdiensten unterschieden. Zu unserem Erstaunen endete der Gottesdienst sogar eine gute halbe Stunde früher als gewöhnlich.

Nicht nur in der Kirche, sondern auch in der ganzen Stadt war es leer und es wirkte wie ausgestorben. Viele der Einwohner waren in ihre Heimatsstädte und – dörfer zu ihren Großfamilien gefahren, um dort gemeinsam zu feiern. Ich weiß nicht, was ich mir genau von einem ghanaischen Weihnachtsfest versprochen oder was ich erwartet habe, aber das auf jeden Fall nicht. Ich hätte nicht gedacht, dass es so ruhig in der Stadt wird, dass plötzlich kaum mehr Musik ertönt und der Gottesdienst an so einem feierlichen Tag sogar kürzer ist als ein gewöhnlicher Sonntagsgottesdienst. Ich konnte irgendwie nicht glauben, dass ein so bedeutender Tag von einer so christlich geprägten Stadt so wenig gefeiert wurde oder vielleicht lag es auch daran, dass ich mir unter der Art des Feierns etwas anderes vorgestellt hatte. Soweit ich das mitbekommen und von Ghanaern erfahren habe, bestand dies aus Gottesdienstfeiern und gemeinsam Essen, irgendwie schien mir das für eine so tanz-, gesangs- und feierfreudige Kultur zu simpel. Ein Ghanaer erzählte mir sogar, dass er wahrscheinlich den ganzen Tag Fernsehen geguckt und sich mit Computerspielen die Zeit vertrieben hätte, hätte er sich nicht doch entschieden zur Kirche zu gehen. Laut eines befreundeten Ghanaers könne man in Ho aber auch einfach kein Weihnachten feiern, weil es hier kein Meer und keinen Strand gebe, man müsse entweder an die Küste fahren oder zu den Wasserfällen nördlich von der Hauptstadt der Volta Region.

Nachdem ich mich damit abgefunden hatte, dass ich wahrscheinlich keinen Einblick in ein Weihnachtsfest in ghanaischem Stil bekommen würde, habe ich die zwei verbleibenden Feiertage doch noch sehr nett in Gesellschaft meiner Mitfreiwilligen verbracht.

Kurz vor Silvester habe ich mich mit Augustin auf den Weg an die Küste gemacht, um in einem kleinen Örtchen nach Einbruch der Dunkelheit bei einer Strandnachtwanderung teilzunehmen in der Hoffnung Schildkröten zu sehen, die um diese Jahreszeit aus dem Wasser kommen, um ihre Eier im Sand zu vergraben. Trotz eines fast 3-stündigen Marsches durch den Sand haben wir nur drei tote Schildkröten gesehen, aber leider keine einzige Lebendige, die wenn sie ausgewachsen sind bis zu 2 Metern lang werden können. Zwei Tage später meinte das Glück es aber doch noch gut mit uns und wir haben kurz nach Aufgang der Sonne am Strand frisch geschlüpfte Schildkröten auf ihrem Weg ins Meer beobachten können.

Am Silvesterabend haben wir unter Kokosnusspalmen, mit einem großen Feuer am Strand und einigen anderen Freiwilligen an einem idyllischen Strand in der Nähe eines Fischerdorfes gefeiert. In einer der letzten Stunden des alten Jahres hat es mich und eine andere Mitfreiwillige in eine kleine Kirche gezogen, von der wir schon den ganzen Abend Gesang vernommen hatten. Die Kirche bestand eigentlich nur aus vier Außenmauern und einem Dach, ein Boden war nicht gebaut worden, was dem Gebäude aber den eigentlichen Charme verlieh, da der Gottesdienst barfuß auf Sandboden gefeiert wurde. Die kleine Gemeinde, die sich versammelt hatte, stand in einem Kreis um den Pastor herum, der auf der regionalen Sprache „Fanti“ wild gestikulierend und mit einem großen Stimmenvolumen predigte, was immer wieder durch spontane Gesänge unterbrochen wurde. Kurz vor Mitternacht wurden alle nicht wünschenswerten Ereignisse, die einem im kommenden Jahr zustoßen könnten, weggewünscht, indem in einem stetigen Rhythmus vom Pastor alles Unerwünschte ausgerufen wurde und die Gemeinde dieses daraufhin symbolisch mit erhobenen Händen aus der Kirche geworfen hat. Dieses wurde durch ein stetiges „Away“-Rufen untermauert und bekam durch den gleichbleibenden Rhythmus des Wechsels von Ausrufen des Pastors und der Antwort der Gemeinde eine meditative Note. 

Frisch im Jahr 2013 angekommen, habe ich mich mit Augustin auf den Weg gemacht, um weiter an der westlichen Küste entlang in Richtung eines Nationalparks zu fahren. Auf dem Weg dorthin haben wir noch einen Zwischenstopp bei einem holländischen Paar gemacht, die vor neun Jahren nach Ghana ausgewandert sind und sich auf einem Grundstück in der Nähe des Regenwaldes eine Auffangstation für junge Tiere aufgebaut haben. Im Regenwald machen einige Wilderer Jagd auf Tiere aller Art, dabei lassen sie jedoch die Jungtiere zurück, welche somit auf sich alleine gestellt sind und kaum eine Chance haben so zu überleben. Auf Grund der Bitte des Paares werden zurückgelassene Jungtiere somit zur Auffangstation gebracht. Dort werden diese aufgezogen und bestmöglich auch wieder in die Natur freigelassen.

Im Moment kümmern sich die beiden Holländer um einige Affenarten, mehrere junge Alligatoren, Wild- sowie Hauskatzen, Papageien, Schildkröten, einen Skorpion, eine Antilope und eine Schlange.

Nachdem wir zum Abendbrot köstlichste Bratkartoffeln bekommen hatten, haben wir die Nacht oben auf dem Berg des Grundstückes in einem Zelt, umgeben von nächtlichen Tiergeräuschen, verbracht. Am nächsten Morgen sind wir weiter in den Kakum Nationalpark gefahren, um dort eine Führung über Hängebrücken zu machen, die zwischen den Kronen der Urwaldbäume montiert wurden. Die Prophezeiung des holländischen Paares, dass wir keine Tiere zu Gesicht bekommen würden, bewahrheitete sich leider. Dies wurde uns selber aber auch spätestens bewusst, als wir mit einer Gruppe bestehend aus zwanzig kreischenden, schreienden und laut lachenden Ghanaern in den Regenwald aufgebrochen sind. Aufgrund des Geräuschpegels war kaum irgendein anderes Geräusch zu vernehmen, geschweige denn Tiergeräusche oder wenigstens die angenehme Stille der Natur. Somit haben wir eine Weile gewartet bis die Meute alberner ghanaischer Touristen ihren Rundgang beendet hatte und haben selbst die in bis zu 40 Metern Höhe angebrachten Hängebrücken bestritten. Auch wenn wir außer einem in der Ferne vorbeifliegenden Adler keine Tiere zu Gesicht bekommen haben, war es ein lohnenswerter Ausflug.

Pünktlich zurück zum Schulbeginn in Ho, bin ich am Montag nach unserer Rückkehr munter mit dem Fahrrad zur Kekeli Schule geradelt. Aber wie es so oft passiert war ich die Einzige, die pünktlich erschienen war. Um ehrlich zu sein war außer mir allgemein überhaupt niemand gekommen. Wie ich später erfahren habe, wurden die Ferien um einen Tag verlängert, da an dem besagten Tag die Amtseinführung des am 7. Dezembers gewählten Präsidenten John Mahama stattfand.

Aber auch als ich am Dienstag in die Kpodzi Schule ging, um mein Leseprojekt weiterzuführen, hatte ich auch nicht viel mehr Glück. Es waren gerade mal ein Drittel der Schüler der gesamten Schule aus den Ferien zurückgekehrt, sodass kein wirklicher Unterricht stattfand und ich auch nicht starten konnte, da kaum ein Schüler meines Projektes anwesend war. Ich habe trotz der niedrigen Anzahl an Schülern an den darauffolgenden Tagen wieder mit dem Lesen mit einigen Kindern begonnen, was auf eine freudige Resonanz stieß, da sonst kaum ein Lehrer die Woche über in der Schule erschien und die Schüler von acht Uhr morgens bis zum frühen Nachmittag sich selbst in den Klassenräumen beschäftigen sollten. Am Freitag bin ich auf ein neues wieder zur Kekeli Schule gefahren und diesmal waren immerhin ein paar der Schüler da. Nach dem Morgenappell, der an diesem Tag erst eine gute Stunde später stattfand, habe ich noch eine Stunde bis zur ersten Pause mit den sechs Kindern meiner Klasse, die gekommen waren, gebastelt. Die Pause endete für den Tag auch nicht mehr, sodass ich bis zum Mittagsessen mit den Kindern auf dem Schulhof Ampe und sonst noch so einige Spiele gespielt. Nach einer leckeren Portion Reis mit „Stew“ haben mich zwei andere Lehrerinnen mit zu Sister Berthas Haus genommen, um ihr einen Krankenbesuch abzustatten. Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie entspannt man an seinen Beruf herangehen kann und wie selbstständig die Kinder schon im frühen Alter sein müssen.

Nach der holperigen ersten Woche komme ich so langsam wieder in meinen gewohnten Schulalltag rein und freue mich wieder täglich mit den verschiedensten Kindern zu tun haben zu können. Die einen freuen sich so sehr, dass ich ihnen versuche das Lesen beizubringen, dass sie mich damit schon für den Rest des Tages glücklich machen, die anderen haben großen Spaß daran mir ghanaische Kinderspiele beizubringen und andere wiederum sind so interessiert an mir und daran wo ich herkomme, sodass sie immer wieder schüchtern zu mir kommen und fragen, ob sie mir noch ein paar Fragen stellen dürfen.

Und auch wenn man sich ab und zu immer mal wieder ärgert, weil der ein oder die andere einem frech gegenübertritt, so gibt es auf der anderen Seite immer wieder Dinge, die einen daran erinnern, warum man diese Kinder so liebgewonnen hat.

In diesem Sinne schicke ich euch ganz liebe Neujahrgrüße und wünsche euch alles Gute für das gerade begonnene Jahr.

Alles Liebe, eure Luise

 

 

Ein kleiner Zwischenbericht aus Ho

Autor: Luise | Datum: 22 November 2012, 13:36 | Kommentare deaktiviert

So langsam läuft ein neues Projekt nach dem anderen an und mein Wochenplan füllt sich mit Tätigkeiten und es entwickelt sich eine Struktur.

Die Tage, an denen ich in meiner ersten Klasse an der Kekeli Schule unterrichte, haben sich jetzt auf zwei Tage in der Woche verkürzt und die übrigen Tage haben sich mit einem Bibliotheks- und Leseprojekt, sowie mit einem Straßenkinderprojekt gefüllt. Jeden Dienstag gehe ich mit zwei Kartons voller Bücher in die Kpodzi Grundschule der E.P. Church und die Schüler können sich für eine Woche Bücher ausleihen. Dafür müssen sie einen Pfand in Form von Geld dalassen, den sie wiederbekommen, wenn das Buch unversehrt zurückgebracht wird.  In der gleichen Schule beginnt diese Woche auch mein Leseprojekt, bei dem ich in den Klassen 3-5 leseschwache Schüler in kleinen Gruppen während des Englischunterrichts aus den Klassenräumen holen und mit ihnen lesen üben werde.

Beim Straßenkinderprojekt war ich, zusammen mit Augustin, letzte Woche schon zwei Mal. In Deme, einem kleinen Vorort von Ho, wurde vor vier Jahren ein Haus dafür gebaut, in dem Toiletten, ein „Büroraum“ mit Kochstelle und ein großer Raum untergebracht sind, in dem eine Tischtennisplatte und mehrere Tische mit Bänken stehen. Vor dem Gebäude ist ein abschüssiger Hang, auf dem wir mit den Kindern bei unserem ersten Besuch Fußball gespielt haben. Neben dem Gebäude werden Pflanzen angebaut, die zusammen mit den Kindern gepflanzt wurden und geerntet werden.

Als wir letzten Mittwoch zum zweiten Mal nach Deme gefahren sind, hat es wie aus Eimern gegossen und somit ist Lydia, die Leiterin des Projekts, nicht erschienen. Die Kinder hat das Weltuntergangswetter aber nicht davon abgehalten trotzdem zu kommen und somit haben wir mit ihnen auf der Terrasse mit einer kleinen Kugel gekickt, bis uns von einem Mann aus dem Dorf der Raum aufgeschlossen wurde. Während Augustin von ein paar der Kinder in das Dickicht hinterm Haus entführt wurde, habe ich die letzten Erinnerungen an meine Trommelstunden während meiner Kindergartenzeit rausgekramt und mit den übrigen Kindern getrommelt. Während des Trommellärms habe ich erst gar nicht mitbekommen, dass eines der Kinder gestürzt war und sich den Fuß blutig geschlagen hatte. Der Mann, der uns aufgeschlossen hatte, konnte sich trotz seiner vernehmbaren Alkoholfahne, aber noch an seine Naturheilkunde erinnern und hat sich kurzerhand Blätter eines Kasawa-Baumes in den Mund gesteckt, diese ordentlich durchgekaut und anschließend auf die doch relativ tiefe Wunde gepresst. Aus einem Stück Stoff wurde ein improvisierter Verband gebastelt. Mit dem kleinen Jungen auf Augustins Schultern und dem Rest der Kinder an meinen Armen klebend, haben wir uns auf den Weg gemacht, um unseren Verletzten zu Hause abzuliefern.

Am Ende dieses Nachmittages machten wir uns nicht mehr nur als Augustin und Luise auf den Weg nach Hause, sondern auch mit dem von den Kindern gegebenen Titel als Mama und Papa.

Am letzten Wochenende packte Augustin und mich die Abenteuerlust und wir machten uns auf den Weg zu einem Tier Reservoir. Als wir nach einer guten Stunde unser Ziel schon erreicht hatten, wurde uns schnell klar, dass aus dem geplanten Wochenendausflug, dann doch eher ein Tagesausflug werden sollte. Unser Erscheinen im Camp des Reservoirs schien den dort wohnenden Förster zu überraschen. Trotzdem schnappte er sich kurzerhand sein Gewehr und schmiss sich in sein grünes Hemd und die dazu passenden Gummistiefel. Unser Gepäck haben wir noch schnell in ein angesichts der Spinnenweben im Türrahmen offensichtlich für längere Zeit ungenutztes Zimmer gebracht und schon sind wir losgestapft. Über Trampelpfade sind wir anderthalb Stunden hinter dem bewaffneten Förster hinterher gelaufen und teils geschlichen, wenn raschelnde Geräusche aus dem Gebüsch zu vernehmen waren.

 

 

Auf Grund des Gewehres erhofften wir uns irgendwelche wilden Tiere zu Gesicht zu bekommen. Aber selbst als wir an einer Wasserstelle für einige Zeit ausharrten, konnten wir nur lautes Knacken im Gestrüpp und Geschreie von Affen in den Baumkronen hören, bekamen aber leider keines der Tiere, die zu diesen Geräuschen gehörten, zu sehen.

Da wir schlauerweise nicht auf den Tipp unseres Reiseführers gehört hatten uns Essen, geschweige denn irgendwas zu Trinken mitzunehmen, machten wir uns in der Mittagshitze auf eine kleine Wanderschaft Richtung nächst gelegenem Dorf auf. Mit einem Stock als Wanderstab und einem großen Blatt als Kopfbedeckung bewaffnet, kamen wir ordentlich fertig in Abutia Kloe an. Nachdem wir uns mit mehreren Litern gekühltem Wasser eingedeckt hatten und uns einiges an Essen zur Stärkung gekauft hatten, sind wir mit einem Motorrad-Taxi zurück ins Camp. Die frittierten Yam-Streifen, die in etwa so schmecken wie riesen Pommes, wurden mit Bohnen in einer ziemlich scharfen Tomaten-Chilli-Soße und zusammen mit Reis und Nudeln mit einer ähnlich scharfen Beilage mit den Händen genüsslich von uns verspeist. Die Kokosnuss habe ich als Nachtisch auf dem Steinboden zerschlagen und mit dem in allen Situationen nützlichen Schweizer Taschenmesser ausgehöhlt.

Die Nacht verbrachten wir in dem Camp, welches außer uns, dem Förster und seiner Familie leer war. Zum Duschen bekamen wir zwei Eimer Wasser und als Toilette diente der umliegende Urwald.

Nachdem wir am nächsten Morgen schon um 7 Uhr wieder wach waren, eine Rückfahrt nach Ho uns angesichts unseres geplanten Wochenendausfluges

ernüchternd vorkam, aber eine Weiterreise sich auch nicht gelohnt hätte, musste ein neuer Plan her. Dieser Notfallplan war schnell gefunden und wir waren sofort begeistert von unserer Idee, den Weg zurück nach Ho einfach zu laufen.

Im Laufe unserer knapp vierstündigen Wanderung durch vereinzelte Dörfer und die Landschaft der Volta Region haben wir rund vier Liter Wasser getrunken, aber auch mindestens genauso viel auch wieder verloren. Ein paar Kilometer vor unserem Ziel haben uns die Kräfte dann doch verlassen und wir sind den Rest der Strecke mit einem Taxi gefahren, bevor wir wegen eines Hitzeschlages oder Sonnenstichs umgekommen wären.

 

Weitere Bilder vom Ausflug in das Kalakpa Tierreservoir, so wie von Schülern meiner ersten Klasse findet ihr in meinen Fotoalben. Lohnenswert ist auch immer ein Blick in die Fotoalben von Augustin. Viel Spaß dabei!

Allerliebste Grüße, eure Luise.

 

 

 

Bilder vom Ausflug nach Cape Coast

Autor: Luise | Datum: 31 Oktober 2012, 16:36 | Kommentare deaktiviert

 Ich konnte die Bilder aus irgendeinem Grund nicht in mein Album tun, von daher habe ich es jetzt so versucht, damit wenigstens irgendwie neue Bilder von mir zu sehen sind. Liebe Gruesse an euch alle! Eure Luise

 

Aus dem Leben in Ho

Autor: Luise | Datum: 22 Oktober 2012, 19:02 | Kommentare deaktiviert

Mir fehlen meine wöchentlichen Trainingseinheiten hier echt und zusätzlich hat mich meine Langeweile vom Rumsitzen vor ein paar Tagen dazu animiert loszumarschieren und noch mal zur Spitze des Berges zu laufen, auf der wir im Morgengrauen schon mal gewesen sind. Diesmal bin ich aber in der Mittagshitze losgelaufen und war somit sehr froh über meinen Hut, Wasser und ein bisschen Melone, die ich auf meine knapp 3-stündige Wanderschaft mitgenommen hatte. Trotzdem bin ich völlig fertig von der Hitze wieder in unserer Wohnung angekommen. Wenn man sich bewegen will, muss man am besten um 5 Uhr aufstehen, dann beginnt hier der Tag für die Ghanaer eigentlich sowieso. Ganz ungewohnt für mich, die als Abiturientin in den letzten Monaten nicht vor dem Mittag daran gedacht hat sich aus ihrem Bett zu bewegen. Ich habe mich inzwischen aber auch schon ein paar Mal so früh aus dem Bett gequält, um joggen zu gehen. An den anderen Tagen geht es für mich aber eigentlich auch nicht sehr viel später los, da ich entweder um 8 Uhr in der Schule bin oder an den Tagen, an denen ich nicht unterrichte zur selben Zeit zur Morning Devotion gehe. Viel länger könnte man auch eigentlich gar nicht schlafen, weil es erstens relativ früh schon ziemlich heiß wird, der Hahn ab 6 Uhr regelmäßig kräht oder man von Musik geweckt wird. Da es ab 18 Uhr draußen stockduster ist, bewegt man sich aber auch relativ früh Richtung Bett.

Am Samstag vor zwei Wochen habe ich mich  auch um 7Uhr auf den Weg zu meiner Schule gemacht, diesmal aber nicht um zu unterrichten, sondern um ein paar der Schüler zu einer Radio Station zu begleiten, bei der sie auf Sendung waren. Die ganze Woche zuvor wurde morgens mit den Kindern geübt und Reime, Lieder und Geschichten einstudiert, die sie in der Radiosendung präsentiert haben. Spontan wurde ich neben den anderen beiden Lehrern auch gebeten etwas zu sagen und so habe ich mich vorgestellt und Ghana einen schönen guten Morgen gewünscht.

Letzte Woche waren wir bei Lydia eingeladen, welche nicht nur unsere Nachbarin ist, sondern auch eine wichtige Rolle in der E.P. Church spielt. Wir hatten es eigentlich so verstanden, dass wir mit ihr zusammen ghanaisches Essen kochen, aber als wir zu ihr rüber gegangen sind, war das Essen bereits fertig und wir wurden in das Wohn- und Esszimmer gebracht, wo wir dann zu unserer steigenden Verwunderung alleine gegessen haben. Wir hatten zwar schon vorher davon gehört, dass die Frau, die gekocht hat nicht mit einem mitisst, sondern danach die Mahlzeit zu sich nimmt und trotzdem war es ein unangenehmes Gefühl sich bewirten zu lassen, sich nach dem Essen noch kurz zu bedanken, dann aber auch wieder zu gehen.

Als uns der Bewegungsdrang gepackt hat, haben wir letzte Woche einen Fußball gekauft. Es fing auf dem Weg vom Laden zum Fußballplatz mal wieder kräftig an zu regnen, was uns zu der Belustigung von einigen Ghanaern nicht abgehalten hat den Weg zum Feld fortzusetzten und auch im Regen Fußball zu spielen. Wenn es hier anfängt zu regnen sind die Straßen immer schlagartig leergefegt und es findet bis der Regen endet nichts mehr auf den Straßen statt. Als der Regen aufgehört hatte, sind dann auch rasch einige neugierige Schüler auf den Fußballplatz gekommen. Und schon waren wir wieder umlagert von auf Ewe plappernden Leuten, die sich ganz selbstverständlich unseren Ball genommen haben und damit spielten. Ein Junge von ihnen hat uns auf Deutsch angesprochen und nachdem er sehr viel mehr sagen konnte, als uns zu grüßen und uns zu fragen wie es uns geht, wurden wir doch sehr neugierig, woher er so unfassbar gut Deutsch sprechen kann. Er hat uns erzählt, dass er im letzten Jahr für 10 Monate, wie es der Zufall will, in Syke bei Bremen in einer Gastfamilie gelebt hat. Wie klein die Welt doch sein kann.

Wir teilen uns mit einer Familie, die in der anderen Wohnung in diesem Haus wohnt, die Stromkosten und hier muss man Geld auf eine Karte tun und diese in einen Apparat stecken, damit der Strom läuft. Wenn das Guthaben alle ist, fängt dieser Apparat in einer unangenehm hohen Frequenz an zu piepen. Glücklicherweise befindet sich diese Anlage genau an der Außenwand meines Zimmers und das Piepen setzte vorgestern mitten in der Nacht ein. Daraufhin habe ich mir versucht Ohrstöpsel in die Ohren zu stopfen, was leider das Piepen nicht wirklich ersticken konnte. Ich konnte leider nichts tun, um das Piepen zu stoppen. Die Karte war bei unseren Nachbarn und davon abgesehen war es Nacht und somit hatte kein Geschäft auf, in dem man die Karte hätte aufladen können. Da ist mir ein richtiger Stromausfall doch willkommener, da ist zwar auch manch mal stundenlang alles duster, aber man wird nicht durch ein monotones Piepen um den Schlaf gebracht.

Am Wochenende haben wir uns auf den Weg an die Küste Ghanas gemacht. Ganz den ghanaischen Zeitberechnungen angepasst, haben wir das Haus um halb 5 Uhr verlassen, um ‘pünktlich‘  eine halbe Stunde später am Busbahnhof anzukommen, um den Bus zu besteigen, der um halb 5 Uhr losfahren sollte. Dieser hat uns nach Accra gebracht, wo wir dann in einen weiteren, kleineren Bus umgestiegen sind, welcher uns zu unserem Ziel nach Cape Coast gebracht hat. In diesem Bus war hinter dem Fahrer ein kleiner Bildschirm angebracht, auf welchem die Fahrt über ein ghanaischer Film lief und welcher bei jedem Schlagloch in der Straße vom Fahrer festgehalten werden musste. Den Film haben wir leider auf Grund unserer nicht vorhandenen Ewe-Kenntnisse nicht verstanden. Er schien aber den Reaktionen der übrigen Fahrgäste zufolge ziemlich amüsant gewesen zu sein. An den Maut-Stationen oder wann immer der Bus staubedingt halten musste, wurde aus den Fenstern raus bei den Straßenhändlern alles von Wasser, über Bananen-Chips bis hin zu Handguthaben-Karten gekauft. Dazu zogen die weiblichen Mitreisenden ihr zugeknotetes Stofftaschentuch aus dem BH, in welchem sich ihr Geld befand.

Nach einer siebenstündigen Fahrt haben wir unser Ziel Cape Coast erreicht. Am Nachmittag haben wir uns noch gleich auf den Weg durch die Stadt an den Strand gemacht, an dem wir von einer imposanten und kraftvollen Brandung erwartet wurden. Auch an diesem Ort haben uns die Kinder hinterhergerufen, allerdings wird an der Küste eine andere ghanaische Landessprache gesprochen als bei uns in der Volta Region und wir somit haben wir uns zunächst gar nicht angesprochen gefühlt, als uns auf dieser Sprache zugerufen wurde. Als wir am Sonntag aus dem Tro-Tro (Kleinbusse, welche als Sammeltaxen genutzt werden) in Ho gestiegen sind und wir wieder unser altbekanntes „Jewu“-Gerufe der Kinder wahrgenommen haben, fühlte es sich so an als würden wir wieder zu Hause sein. Als kurz danach dann auch noch der Strom ausfiel, wussten wir dass wir wieder im uns bekannten Ho waren.

Liebste Gruesse aus Ho, eure Luise.

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